Springe zum Inhalt

Reise durch Benin an Afrikas Westküste

Cotonou/Benin - März 2019 -

Der Staat Benin an der Westküste Afrikas ist etwa so groß wie Bayern und Baden-Württemberg. In der Küstenebene herrscht Aufbruchstimmung, im Hinterland bittere Armut. Bei dieser Reise standen für Josef Göppel vor allem Verbesserungen für das Los der Frauen im Mittelpunkt. Hier sein Bericht dazu: Erwartungen

English version: expectations
Version en français: expectatives

1

Bürgergemeinschaften und Eigenverbraucher bekommen günstigere Bedingungen

Brüssel - Die neue europäische Richtlinie zur "Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen" ist seit 24.12.2018 in Kraft. Kleinerzeuger und Bürgergemeinschaften bekommen erheblich günstigere Bedingungen.

Das europäische Parlament hat am 11. Dezember 2018 die neue „Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen“ beschlossen. Sie war wohl als Weihnachtsgeschenk gedacht, denn man ließ sie am 24. Dezember in Kraft treten. Hält der Inhalt was der Titel verspricht? Wir denken schon. Hier die wichtigsten Neuregelungen:

1. Für Energie, die „an Ort und Stelle“ verbraucht wird, sollen die Mitgliedstaaten keine Abgaben, Umlagen oder Gebühren erheben. Das gilt bis zu 30 kW installierter Leistung.
Falls selbsterzeugter Strom nach einem nationalen Gesetz gefördert wird, kann er zwar mit einer Umlage belastet werden; diese darf aber nicht „die Wirtschaftlichkeit untergraben.“

2. Eigenverbraucher dürfen ihren überschüssigen Strom direkt, über Aggregatoren oder über Erzeugerplattformen verkaufen.

3. Die Richtlinie sieht außerdem die Möglichkeit zum „kollektiven Eigenverbrauch“ in Mehrparteiengebäuden und Gebäudekomplexen vor.

4. Erstmals verankert das europäische Recht „Erneuerbare Energien Gemeinschaften“ als eigenständige Wirtschaftsakteure.
Ihre Tätigkeit soll „keinem rein kommerziellen Zweck dienen,“ sondern primär „den Nutzen der Mitglieder und der Umgebung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht fördern.“
Die Kontrolle des Betriebs soll durch Anteilseigner und Mitglieder erfolgen, die in der Nähe ansässig sind.

Alles in allem ist damit für die Bürgerenergie eine stabile Rechtsgrundlage geschaffen!

5. Die Bürgergemeinschaften haben ebenso wie die Eigenverbraucher das Recht, Energie nicht nur zu erzeugen, sondern auch zu speichern, innerhalb der Mitglieder zu teilen oder an Dritte zu verkaufen.

6. An zwei Stellen geht die neue Richtlinie zum Schutz der Bürgergemeinschaften sogar vom „soll“ zu deutlicheren Formulierungen über:
• Bei Ausschreibungen „sind“ die Spezifika von Bürgergemeinschaften besonders zu berücksichtigen.
• Die Kooperation der Verteilnetzbetreiber mit den Gemeinschaften zur Ermöglichung von Energietransfers und Informationszugängen „ist sicherzustellen.“

7. Bei Ausschreibungen können die Mitgliedstaaten „kleine Anlagen“ und Demonstrationsprojekte künftig ausnehmen. Außerdem erlaubt die Richtlinie „regionale Diversifizierung.“
Das ist für Süddeutschland bei Windstrom-Ausschreibungen besonders wichtig.

8. Schließlich löst das europäische Recht endlich die Speicherproblematik: Mit Eigenerzeugungsanlagen zusammengeschaltete Speicher sollen ohne Doppelbelastung durch Gebühren, Abgaben und Netzentgelte betrieben werden dürfen.

An dieser Stelle müssen wir etwas Wasser in den Wein gießen. Nach dem Brüsseler Kompromiss haben die Mitgliedstaaten bis 30. Juni 2021 Zeit, die Richtlinie „entsprechend nationaler Gegebenheiten“ umzusetzen. Deutschland trat in den europäischen Verhandlungen gegenüber der dezentralen Bürgerenergie als Bremser auf. Deshalb wird noch viel Druck auf die Bundesregierung nötig sein, damit das neue europäische Recht in unserem Land ohne Abstriche wirksam wird.

Hier können Sie den Beitrag abrufen: 190114-Neuer Europäischer Rechtsrahmen für erneuerbare Energien

 

Künftige Führungskräfte zum Austausch in Deutschland -

Triesdorf, 7.6.2018 – 25 junge Afrikaner aus zehn Ländern absolvieren zur Zeit einen fünfmonatigen Qualifizierungskurs an der fränkischen Fachhochschule Triesdorf. Sie haben alle bereits ihren Masterabschluss in der Tasche. Mit der Fortbildung in Deutschland wollen sie das Wirtschafts- und Rechtssystem dieses oftmals bewunderten Landes näher kennen lernen.  Auf dem Programm stehen auch Besuche in Firmen, sozialen Einrichtungen und Verwaltungen.

Josef Göppel hatte als Energiebeauftragter für Afrika die Finanzierung solcher Kurse bei Entwicklungsminister Gerd Müller angeregt. Er sagt, es sei wichtig, die Ansichten künftiger afrikanischer Führungskräfte in die deutsche Entwicklungspolitik einfließen zu lassen.

Das Foto zeigt Göppel im Gespräch mit vier jungen Leuten aus Äthiopien, die ihm Hintergrundinformationen für seinen bevorstehenden Besuch in dem Land geben. Der fehlende Zugang zu elektrischem Strom in ländlichen Gebieten ist dort einer der Hauptgründe für Abwanderung in die Slums der Hauptstadt Addis Abeba. Das Projekt  „Bürgerenergie für Afrika“  finanziert deshalb die Ausbildung und Unternehmensgründung von Handwerkern im Sektor  erneuerbare Energien.  Dadurch soll sich allmählich ein Mittelstand entwickeln, der verbunden mit persönlichen Partnerschaften zu deutschen Organisationen eine eigenständige Entwicklung in Gang setzen kann.

english version

1

Wie funktioniert Photovoltaik? Unterricht im Fach Elektrotechnik an der Handwerkerschule Hai -

Bericht über eine Reise durch Tansania

Wie kann Deutschland helfen, den jungen Menschen Afrikas eine Zukunftsperspektive in ihrer Heimat zu geben? – Das zu erkunden war der Auftrag für Josef Göppel bei einer Reise durch Tansania. Er besuchte Bauernfamilien, eine Handwerkerschule und Selbsthilfeorganisationen. Seine Eindrücke und Empfehlungen an Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller finden Sie im folgenden Reisebericht.

VOM LEBEN AM KILIMANJARO

1

Aktuelles zur Regionalstrom Franken eG

Berlin, 7. September 2017 – Die Agentur für erneuerbare Energien analysierte im Sommer 2017 regionale Modelle zur Stromvermarktung. Der Journalist Jörg Mühlenhoff präsentiert hier seinen Bericht über die Genossenschaft Regionalstrom Franken.

Die wichtigsten Ergebnisse

Das historisch gewachsene Stromnetz der Main-Donau Netzgesellschaft reicht ringförmig um den Ballungsraum Nürnberg ins fränkische Umland. Es soll den erneuerbaren Strom, der im ländlichen Raum um Nürnberg nicht direkt verbraucht werden kann, bedarfsgerecht in den Ballungsraum mit über einer Million Einwohner transportieren. Die Regionalstrom Franken und die N-ERGIE als kommunaler Energieversorger sind sich einig: Stadt und Land sollen sich langfristig mit ihren erneuerbaren Potenzialen und Verbrauchsmustern so ergänzen, dass eine effiziente und verlässliche Versorgung ermöglicht wird.
Nicht ganz nebenbei vermeidet ein solches Energiesystem der kurzen Wege auch Treibhausgase und stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe. Noch ist die regionale Stromversorgung in Franken kein Massengeschäft.

Der kommunale Nürnberger Versorger ist aber zufrieden mit dem regionalen Stromtarif, den er bisher nur an Gewerbekunden anbietet. „Wir freuen uns über das Interesse unserer Kunden“, sagt N-ERGIE-Sprecherin Dr. Heidi Willer. Seit der Einführung des regionalen Tarifs 2016 hätten sich innerhalb von anderthalb Jahren schon rund 500 Gewerbekunden angemeldet. Nur ein geringer Aufpreis bei der monatlichen Grundgebühr (54.-€ statt 48.-€) fällt an. Der Arbeitspreis ist identisch mit dem nicht-regionalen Standardtarif. Der Bezug ist noch auf 100.000 Kilowattstunden jährlich pro Kunde begrenzt. Das heißt, dass Handwerksbetriebe, Dienstleister und kleine Industrieunternehmen ihren Strombedarf mit dem Regionaltarif decken.

Wie es weitergeht
„Wir können uns in Zukunft ein ähnlich konzipiertes Angebot für Privatkunden sehr gut vorstellen“ sagt N-ERGIE-Pressesprecherin Dr. Heidi Willer.