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Der Deutsche Verband für Landschaftspflege und die französische Conservatoires d‘espaces naturels  werden künftig gemeinsam in Brüssel auftreten. Die beiden größten europäischen Landschaftspflegeorganisationen wollen Landwirte, die naturnah wirtschaften, besonders gefördert sehen. Vor allem für die Beweidung von Grünland mit Schafen, Ziegen und Rindern verlangen sie eine kostendeckende Prämie.

Das vereinbarten die beiden Vorsitzenden im nordfranzösischen Amiens, Christophe  Lepine (links) und Josef Göppel.

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EUROPÄISCHER LANDSCHAFTSPFLEGEVERBAND

I. Idee von Landcare Europe
Die Landnutzung durch Landwirte hat die charakteristischen europäischen Kulturlandschaften geschaffen. In Deutschland setzen sich Landschaftspflegeverbände erfolgreich für die Kulturlandschaften in Kooperation mit den Landwirten ein. Ähnliche Strukturen aus Landwirten, Naturschützern und Kommunalpolitikern sollen nun in Europa zusammengeführt werden.

II. Hintergrund
In Deutschland haben sich 1986 Landschaftspflegeverbände als freiwillige Zusammenschlüsse von Landwirtschaft, Naturschutzverbänden und Kommunen gegründet. Ihr Ziel ist die Erhaltung der typischen Eigenarten und gesunden Lebensgrundlagen in den von Menschen genutzten Landschaften. Dazu zählen die Unterstützung von Landwirten beim Einsatz von Weidetieren und beim Verkauf regionaler Produkte. Mittlerweile sind in Deutschland 155 regionale Landschaftspflegeverbände im Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) organisiert.

Alle Landschaftspflegeverbände arbeiten als freiwillige Dienstleister für Landwirte und Gemeinden. Sie sind gemeinnützig und haben keine hoheitlichen Befugnisse. Im Vordergrund steht immer die praktische Aktion vor Ort. Landschaftspflegeverbände beraten die Landnutzer naturschutzfachlich und nehmen ihnen den bürokratischen Aufwand für Förderprogramme ab.
Nur zusammen mit den Landnutzern kann die vielfältige europäische Kulturlandschaft erhalten werden.

In den letzten Jahren wurde der DVL mehrfach zu internationalen Konferenzen eingeladen, um dieses Erfolgsmodell vorzustellen. Hierbei wurde auch die Unterstützung bei der Gründung von Landschaftspflegeverbänden in anderen Ländern, vor allem in Osteuropa angefragt. Für einen europäischen Austausch fanden in den letzten Jahren mehrere Treffen mit Akteuren aus Spanien,
Italien, Luxemburg, Großbritannien, Niederlanden, Tschechien, Slowenien, Kroatien und Rumänien statt.

III. Ziele
Ziel ist nun die Gründung eines Europäischen Netzwerks Landcare Europe. In ihm sollen all die europäischen Organisationen vertreten sein, die in Kooperation mit Landnutzern ihre Kulturlandschaften bewahren. Landcare Europe soll eng mit der Europäischen Kommission zusammenarbeiten und die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik im Hinblick auf den Erhalt unserer Kulturlandschaften unterstützen.

170112 - Landschaftspflege muss sich lohnen